Czernin Verlag, Wien 2026
ISBN
9783707608915 Broschiert, 324 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Wer träumt nicht hin und wieder von der Sünde? In Thomas Raabs neuem, an der Gothic Novel geschulten Roman treffen wir gleich zu Beginn auf einen unzuverlässigen Erzähler, der sich nicht nur mit einer geheimnisvollen Seuche, sondern auch der Suche nach der eigenen Identität herumschlägt. Auf den Fersen von Jedermanns Dämon enthüllen sich dabei die verqueren Beziehungen zwischen Individuum und Gesellschaft und das Böse in uns allen. Ein literarisches Vexierspiel, das die Grenzen zwischen Wirklichkeit, Traum und Wahn verschiebt und in der deutschsprachigen Literatur seinesgleichen sucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2026
Rezensent Jan Wiele freut sich grundsätzlich über Thomas Raabs im besten Sinne weirdes Buch, auch wenn es zuweilen übers Ziel hinausschießt. Und auch dieses sei schon recht eigenwillig angelegt: in Form eines Montageromans, der von Flashbacks und Fantasien durchzogen ist (je in einer anderen Schriftart gedruckt), erzählt der Autor von einem Aussteiger, der mit 22 Makrelendosen und Psychopharmaka im Gepäck in einem Wiener Funkloch das Weite sucht und dabei in einem Kafkaesken Schloss landet, auf der Flucht vor dem bösen Internet und der nicht nur von einer Seuche, sondern auch von Verflachung, Mainstream und "Algorithmus-Diktatur" befallenen Gesellschaft. Dem Konzept Beziehung gehe es in den "kritischen Reflexionen" des Ich-Erzählers ebenfalls an den Kragen und auch die ambivalenten Rants zum Bürgertum findet der Kritiker interessant, aber manchmal wird es ihm auch ein bisschen zu "verschroben und querulatorisch". Auch der Krimi-Plot um die Schlossverwalterin, der dann noch hinzukommt, ist ihm eindeutig zu viel. Trotzdem ist er vom "eigenartigen Kern" und der heutzutage seltenen Form des Romans sehr angetan.
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