Logo - Fotolot - Über Bücher, Bilder und Ausstellungen

Peter Truschner spiegelt in seiner Fotolot-Kolumne den boomenden Fotobuchmarkt und bespricht Ausstellungen.
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Ein Totentanz, ein Fiebertraum

Fotolot 24.08.2026 Benita Suchodrevs Fotobuch "Find me paradise " ist ein fotografisches Memorandum, gebaut aus Ekstase und Routine, menschlichen Torheiten und Triumphen. Ähnlich rastlos wie Suchodrev, aber auf eine ganz andere, ungleich stillere Art, war auch Fred Hüning, der vor Kurzem verstorben ist. Für ihn zählte nicht das Prestige, sondern nur die Fotografie: Sein Fotobuch "One Circle" ist heute Anschauungsmaterial für den fotografischen Nachwuchs von Montréal bis Helsinki. Von Peter Truschner

Das reale Blut

Fotolot 10.06.2026 Gibt es eine Refeudalisierung in der Kunst? Anschließend an meine Kolumne zu Martin Warnkes Geschichte der "Hofkünstler"stellt sich die Frage, wie Macht und Kunst sich heute organisieren. Nehmen wir die "Rebellin" Florentina Holzinger, die den größten Hype auf der Biennale Venedig erzeugte - vertreten wird sie aber von einer jener Galerien, die die heute so typische Mischung aus VIP-Lounge und markenorientiertem Fertigungsbetrieb betreibt. Das heißt nicht, dass einige ihrer Arbeiten nicht großartig sind. Von Peter Truschner

Vom Feudalismus zum Neofeudalismus

Fotolot 26.05.2026 Kunsthandel. Kulturattaché. Stipendien. Kunstakademien. Künstlerhäuser. Mobilität. Kein Exklusivrecht auf ein Werk. Größtmögliche künstlerische Autonomie bei der Produktion. Man reibt sich verblüfft die Augen und muss sich nach der Neulektüre von Martin Warnkes neu edierten Buch über Hofkünstler eingestehen, dass die eine oder andere Überzeugung in Bezug auf die europäische Kunstgeschichte revidiert werden muss. Von Peter Truschner

Vor allem bin ich Realist

Fotolot 27.03.2026 Bereits im Bild "Zwei Mädchen am Ufer der Seine" (1856/57) schien es den männlichen Kritikern beruhigender, in ihnen (völlig abwegig) zwei Prostituierte auf Kundenfang zu sehen als zwei junge Frauen, die sich die Zeit so vertreiben, wie es ihnen gerade passt. Diese Gelassenheit ist auch ein Markenzeichen des legendären Bildes "Der Ursprung der Welt" (1866), das bei gespreizten Beinen eine Vulva zeigt, ohne dabei ins Pornografische abzugleiten. Es ist kein Zufall, dass neben den Akten Bilder einer unverbauten, nicht eingehegten Natur im Vordergrund stehen. Im Wiener Leopold Museum ist derzeit eine große Courbet-Retrospektive zu sehen. 
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