Sie nennen es Baum

Die Mundart-Dichtung von Natascha Gangl vermischt Sprachmagie mit rätselhaftem Ernst. Von Marie Luise Knott

Think Pink

In Jane Schoenbruns Horrorfilm "Teenage Sex and Death at Camp Miasma" lauert das Glück in der Wiederholung. Im Kino mit Stefanie Diekmann

Baden im flachen Wasser

Saša Vajdas "The Lights, They Sleep" über abgelegene Seiten Berlins ist klug komponiert.  Im Kino mit Lukas Foerster 

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Grausame Ruhe

27.08.2026. Die Zeit geht auf die Knie vor Valeria Gordeev, die in ihrem Debütroman Goethes Faust ins Russland der Gegenwart überträgt. Die FAZ staunt einmal mehr, wie Paulus Hochgatterer große Themen verdichtet. Die Welt unternimmt eine Sepulkraltour mit Jaroslav Rudis und begegnet Jean Paul und Theodor Storm. Und Dlf Kultur lernt von Valentina Gottardi, Maciej Michno und Danio Miserocchi alles über Licht.  Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Albtraumhaft und grausam schön wie das Leben

27.08.2026. Ein trauriger Tag: Die Literaturkritik trauert um den ungarischen Schriftsteller Péter Nádas, der die Schrecken des 20. Jahrhunderts in seinen Romanen und Essays "so sublim und hypnotisierend" festhielt, erinnert die Zeit. Die Kunstwelt trauert um die japanische Künstlerin Yayoi Kusama und den Maler und Titanic-Mitbegründer Hans Traxler. Monopol erlebt in Berlin, wie sich der DDR-Fotograf Thomas Billhardt seinen unabhängigen Blick bewahrte. Und der Standard überlegt, wer bei den Salzburger Festspielen auf Markus Hinterhäuser folgen könnte. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Ein sehr ambivalentes Instrument

27.08.2026. Die größte Gefahr für die AfD wäre, wenn sie tatsächlich Regierungsmacht bekommt, denn dann müsste sie liefern, meint der Politikwissenschaftler Philip Manow im Welt-Gespräch. Francis Fukuyama hält es im Interview mit der Zeit für unwahrscheinlich, dass die AfD eine Mehrheit im Bundestag erhält. Erdogans Missachtung der europäischen Gesetze schadet auch der Wirtschaft des Landes, erklärt Bülent Mumay in der FAZ. Ausländische Kultureinrichtungen wurden schon im Kalten Krieg vom KGB genutzt, um die sowjetische Opposition auszuspionieren, erinnert die SZ mit Blick auf das Russische Haus.  Mehr...

IM KINO

Kaum ein natürlicher Lichtstrahl

25.08.2026. Eine Staatsanwältin, die in eigener Sache ermittelt, steht im Zentrum von "Rechtsstaat". Faraz Shariats Film fällt keine abschließenden Urteile, artikuliert jedoch eine grundlegende Skepsis gegenüber einer Justiz, die allzu oft auf dem rechten Auge blind ist. Von Lukas Pazzini. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Speziell für Teenager-Mädchen zum Verweilen

25.08.2026. Iran heuert weltweit "billige Kriminelle" an, um Exil-Iraner zu bedrohen oder zu töten, berichtet der New Yorker. Eurozine erklärt, wie geschlechtersensible Stadtplanung funktioniert. Art Spiegelman im Guardian und Jan-Werner Müller im Merkur blicken auf die verheerende Zerstörung der Demokratie unter Trump. Bei Hlidaci Pes erinnert der tschechische Historiker Prokop Tomek an die Beteiligung der DDR am Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei. Und New Lines reist in eines der größten Ölfördergebiete Südsudans, eine wichtige Zufluchtsstätte für Sudanesen, in der das Wasser von giftigen Schwermetallen kontaminiert ist. Mehr...

FOTOLOT

Ein Totentanz, ein Fiebertraum

24.08.2026. Benita Suchodrevs Fotobuch "Find me paradise " ist ein fotografisches Memorandum, gebaut aus Ekstase und Routine, menschlichen Torheiten und Triumphen. Ähnlich rastlos wie Suchodrev, aber auf eine ganz andere, ungleich stillere Art, war auch Fred Hüning, der vor Kurzem verstorben ist. Für ihn zählte nicht das Prestige, sondern nur die Fotografie: Sein Fotobuch "One Circle" ist heute Anschauungsmaterial für den fotografischen Nachwuchs von Montréal bis Helsinki. Von Peter Truschner. Mehr...

BÜCHERBRIEF

Friedliche Monster

12.08.2026. Wer seinen Sommerurlaub schon hinter sich hat, darf mit unserem Bücherbrief direkt weiterreisen, wenn auch mit starken Nerven: Stella Gaitano erzählt vom rauen Alltag im Sudan. Maciej Siembieda blickt in einem mitreißenden Spionagethriller auf die griechische Minderheit in Polen. Maria Reva schickt eine Schneckenforscherin mit viel Grandezza quer durch die Ukraine. Stephan Mösch schaut zurück auf 150 Jahre Bayreuth. Und Markus Bernauer entdeckt den philosophischen Gehalt der erotischen deutschen Literatur. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats August. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Christian Buckard: Café Babylon

09.08.2026. Der Glanz des Romanischen Cafés erstrahlte einst bis Paris, New York und Tokio. Hier traf man alle an: Bertolt Brecht, Mascha Kaléko und Joseph Roth, George Grosz, Marlene Dietrich und Albert Einstein. An den Marmortischen entstanden Bücher und Filmideen, wurden Kunstrichtungen geboren, wurde gestritten und geträumt - bis die Nazis die Lichter ausmachten. Christian Buckard erzählt die Geschichte der schillernden Cafébewohner in diesem Buch. Wir präsentieren das Kapitel über den Betreiber des Cafés, Bruno Fiering, den "Fürsten der Galut". Von Christian Buckard. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Necla Kelek: Glückskind

05.08.2026. Die Soziologin Necla Kelek hat sich als Kritikerin eines reaktionären, patriarchalen Islam einen Namen gemacht. In ihrer Autobiografie "Glückskind" erzählt sie, wie ihre Familie Anfang der 1960er aus Anatolien nach Istanbul zog. Die Keleks sind säkulare Muslime, die Atatürk verehren, an die Republik glauben, die Moderne und die Demokratie. 1966 dann zieht die Familie nach Deutschland, ins niedersächsische Bückeburg. Unterstützt von ihrer Familie begegnet Necla, damals neun Jahre alt, der deutschen Gesellschaft von Anfang an mit Neugier. Das geht bis zu Marxismusvorlesungen bei der IG Metall. Hier zwei Leseproben aus dem Buch: Über das Leben in Istanbul und dann in Bückeburg. Mehr...

TASCHENBÜCHERBRIEF

Harmlos ist hier gar nichts!

29.07.2026. In den neuen Taschenbüchern des Monats Juli führt uns Anne Weber durch die Pariser Banlieues.  Melania Mazzucco stellt uns mit Plautilla Bricci Roms erste Architektin vorUwe Wittstock erzählt von den Exilanten, die 1940 aus Marseille flohen. Und Perlentaucher Arnim Eisenhut empfiehlt "Wachs" von Christine Wunnicke. Von Arnim Eisenhut. Mehr...

INTERVENTION

Jene mühsam erkämpfte Freiheit

28.07.2026. Nach dem CSD-Attentat fragen die Medien nach einem möglichen Versagen der Behörden, zu diesem Zeitpunkt sicher zurecht. Aber das eigentliche Versagen lag vorher. Der Attentäter Abdul Ballout war Deutscher. Er sprach Deutsch. Er ist auf deutsche Schulen gegangen. Er wurde von deutschen Lehrern betreut. Ballout ist trotz seiner deutschen Sozialisierung abgedriftet. Was sagt das über die Qualität der Sozialisierung? Über einen Elefanten im Raum. Von Thierry Chervel. Mehr...

MIND THE GAP

Zwischenredestromland

21.07.2026. Der Perlentaucher hat mit "Toledo", dem Programm des Deutschen Übersetzerfonds, eine neue Kolumne - "Mind the Gap" gestartet: Hier geht's ums Übersetzen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Im zweiten Teil der Kolumne schreibt die Russisch-Übersetzerin Olga Radetzkaja: "Es sollte mich nicht wundern, wenn gerade übersetzte Literatur wegen der Extraportion Leben, die sie enthält, zum begehrtesten Rohmaterial zählt, mit dem die synthetischen Gehirne der großen Sprachmodelle gefüttert werden." Von Olga Radetzkaja. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Leseprobe 2 zu H. G. Adler: Der verwaltete Mensch

17.07.2026. 1958 lud das Münchner Institut für Zeitgeschichte (IfZ) H. G. Adler ein, "eine Arbeit nach eigener Wahl" aus seinem deutsch-jüdischen "Themenkreis" zu verfassen. Daraus entstand "Der verwaltete Mensch", ein Grundlagenwerk zu Rolle der deutschen Bürokratie bei der Verschleppung der Juden. Warum das IfZ damals diese Arbeit ablehnte, lesen Sie im zweiten Teil des Vorworts von Götz Aly. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

H. G. Adler: Der verwaltete Mensch

17.07.2026. H. G. Adler veröffentlichte mit "Der verwaltete Mensch" ein grundlegendes Großwerk zum Holocaust, das die Rolle der Bürokratie bei der Vorbereitung und Umsetzung der Verschleppung und massenhaften Ermordung der Juden im Nationalsozialismus beschreibt. Im ersten Teil seines Vorworts zu dem Buch stellt der Historiker Götz Aly den 1910 in Prag geborenen Autor vor, der seine ganze Familie im Holocaust verlor. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...