Traumreich gefunden

Valeska Grisebachs zeigt in "Das geträumte Abenteuer" Menschen, die sich treiben lassen - und gleichzeitig getrieben wirken. Im Kino mit Robert Wagner

Obsession statt Gefühle

Kurt Waldheim und die Dämonisierung Israels. Kopie Russlands als Touristenattraktion. Japanische Nouvelle Vague. Magazine

Man lernt, indem man stirbt

Kenichiro Akimotos Animationsfilm "All You Need Is Kill" beeindruckt in visueller Hinsicht. Im Kino mit Lukas Foerster

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Alles, was wir haben

24.09.2026. Die FAZ wird von Louise Kennedys zweitem Roman "Red" in den Bann einer gefährlichen Beziehung zwischen zwei irischen Teenagern gezogen. Die Zeit jubelt über Sigrid Nunez' neuen Erzählband "Wenn es wichtig ist", der seine Leser selbstbewusst in die "psychologische Räume der Ambivalenz" führt. Sie ist außerdem wie hypnotisiert von Adania Shiblis neuem Roman "Täuschung", der von den Hoffnungen und Nöten zwei junger Palästinenser in Israel erzählt. Die SZ erfährt von Saba-Nur Cheema und Meron Mendel, wie man die "Empörungsfalle" vermeidet.  Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Sanfte Fremdheit

24.09.2026. Die FAZ wohnt fasziniert einer seltenen Aufführung des japanischen Nō-Theaters in der Berliner Philharmonie bei. Die Zeit trifft den Schweizer Architekten Peter Zumthor, der seine Häuser auch mal um Bäume herumbaut. VAN geht internen Streitereien beim Deutschen Filmorchester Babelsberg nach. Frankreich streitet weiter leidenschaftlich über die KI-Plagiats-Vorwürfe gegen den haitianischen Autor Thélyson OrélienMehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Gewaltaffine Typen

24.09.2026. In der Zeit blickt Clemens J. Setz misstrauisch auf die Bedrohungsszenarien, die KI-Hersteller so lustvoll ausmalen. Der Islamist Ibrahim Ibrahim verweist bei Facebook stolz auf seinen Anteil am Wahlerfolg der Linken. Zugleich will die Linke die Befugnisse der Polizei einschränken und den Verfassungsschutz in Berlin abschaffen: Laut SZ schreckt das einige Grüne ab, die taz wittert hingegen eine Kampagne gegen die Linkspartei. Die FAZ kann sich einen Remmo gut als Kultursenator vorstellen: ihre Liebe zu Museen ist ja bekannt. Die AfD ist unterdessen so stark geworden, dass Barrieren nicht mehr halten, fürchtet die FAZ. Mehr...

IM KINO

Traumreich gefunden

24.09.2026. Ein indirekter Thriller ohne Bösewichter und drastische Gewaltdarstellung, aber mit eindringlichen, subtilen Spannungsszenen: Um eine archäologische Ausgrabungsstätte im bulgarisch-griechisch-türkischen Grenzgebiet herum folgt Valeska Grisebachs "Das geträumte Abenteuer" Menschen, die sich treiben lassen - und gleichzeitig getrieben wirken. Von Robert Wagner. Mehr...

IM KINO

Man lernt, indem man stirbt

23.09.2026. Hier enthält jeder Tod eine Lektion: In Kenichiro Akimotos Animationsfilm "All You Need Is Kill" bleibt eine Soldatin in einer Zeitschleife stecken und wird wieder und wieder von Killerblumen attackiert. In visueller Hinsicht beeindruckt der Film - und kann seinen eigenen Adrenalinpegel dennoch nicht halten. Von Lukas Foerster. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Obsession statt Gefühle

22.09.2026. Izabella Tabarovsky, Expertin für die Geschichte des linken Antizionismus, erkundet in Tablet, welchen Anteil Kurt Waldheim an der Dämonisierung Israels in der UN hatte. Verstka besucht nahe Moskau eine von Putin errichtete folkloristische Kopie Russlands. New Lines erzählt wie der marokkanische Staat für die Fußball-WM reihenweise Wohnhäuser abreißt. Critic.de stellt Yasuzo Masumura vor, eine rätselhafte Figur der japanischen Nouvelle Vague. Der New Yorker watet in Israel durch den Sumpf des Qatargate-Skandals. Mehr...

ESSAY

Postmortale Unschuldsvermutung

21.09.2026. Neulich atmete die deutsche Öffentlichkeit auf. Endlich schien der Anschlag auf das Haus der Israelitischen Kultusgemeinde in München im Jahr 1970 geklärt. Sieben Bewohner, Holocaust-Überlebende, sind bei diesem Anschlag ermordet worden. Nachdem sich eine Zeugin vom Hörensagen gemeldet hatte, identifizierte die Polizei einen Rechtsextremisten, der vor einigen Jahren gestorben ist. Aber es gibt erhebliche Zweifel an seiner Täterschaft - vor allem der von der Polizei dargestellte Tathergang ist extrem unplausibel. Denn direkt vor seinem Anschlag mit einem zwanzig Kilo schweren Benzinkanister soll der Täter außerdem noch versucht haben, einen Juwelierladen in der Nähe auszurauben. Eine Rekonstruktion. Von Wolfgang Kraushaar. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Überlebt Demokratie?

10.09.2026. Siegt das Böse in der Politik? Welche Politiker demokratischer Parteien haben die Statur, das Charisma, den Humor und die Vernunft, sich dem Abdriften der Demokratie in Polarisierung, Autokratie und Leisetreterei vor religiösem Fanatismus entgegenzustellen? Solche Fragen stellte sich Richard Herzinger in seinen Essays und seinen Kolumnen für den Perlentaucher. Am 24. September diskutieren Linda Teuteberg, Roderich Kiesewetter und ich zu diesen Fragen im Pilecki-Institut am Pariser Platz.  Von Thierry Chervel. Mehr...

BÜCHERBRIEF

Ins gemeinsame Diesseits der Literatur

14.09.2026. Der literarische Herbst beginnt mit nicht nur einem Paukenschlag: Maxim Biller sucht nach dem Urgrund des Antisemitismus. Samuel Beckett reist in den Jahren 1936 und 1937 durch Deutschland - mit Witz und Wut im Bauch. Banu Mushtaq erzählt vom Alltag indischer Frauen unter der Scharia. Die Journalistin Asne Seierstad zeichnet ein meisterliches Panorama der russischen Gesellschaft. Und Christian Buckard lädt ins Café Babylon. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats September. Mehr...

FOTOLOT

Unglaublicher Reichtum

14.09.2026. Gunnar Eichholz hat mit seinem Text- und Bildband "Jugoslawien - Das Land, das es nicht mehr gibt" ein Werk langjähriger, akribischer Leidenschaft geschaffen, einen sagenhaften, zweieinhalb Kilo schweren Wälzer von fünfhundertsechzig kleingedruckten Seiten, eine Hommage an ein Land, das ein Zentrum der europäischen Nachkriegsmoderne war. Brutalismus, Laibach, Marina Abramovic. Alles kommt vor. Dies Buch ist eine Reise. Von Peter Truschner. Mehr...

TASCHENBÜCHERBRIEF

Taschenbücherbrief: Wie in einem Fiebertraum

04.09.2026. Der neue Taschenbücherbrief ist da! Und da ist viel Schönes dabei: Jonas Lüscher geht auf einen atemlosen Trip durch die Länder und Jahrhunderte. Fiona Sironic jagt im vom Klimawandel ausgetrockneten Wald im Jahr 2050 Dinge in die Luft. Leon Engler blickt in das Gesicht des Wahnsinns. Volker Weiss entlarvt die Geschichtsklitterung der Rechten. Und Perlentaucherin Alice Fischer empfiehlt Jakob Heins berauschte DDR-Satire "Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste".   Von Alice Fischer. Mehr...

FOTOLOT

Ein Totentanz, ein Fiebertraum

24.08.2026. Benita Suchodrevs Fotobuch "Find me paradise " ist ein fotografisches Memorandum, gebaut aus Ekstase und Routine, menschlichen Torheiten und Triumphen. Ähnlich rastlos wie Suchodrev, aber auf eine ganz andere, ungleich stillere Art, war auch Fred Hüning, der vor Kurzem verstorben ist. Für ihn zählte nicht das Prestige, sondern nur die Fotografie: Sein Fotobuch "One Circle" ist heute Anschauungsmaterial für den fotografischen Nachwuchs von Montréal bis Helsinki. Von Peter Truschner. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Christian Buckard: Café Babylon

09.08.2026. Der Glanz des Romanischen Cafés erstrahlte einst bis Paris, New York und Tokio. Hier traf man alle an: Bertolt Brecht, Mascha Kaléko und Joseph Roth, George Grosz, Marlene Dietrich und Albert Einstein. An den Marmortischen entstanden Bücher und Filmideen, wurden Kunstrichtungen geboren, wurde gestritten und geträumt - bis die Nazis die Lichter ausmachten. Christian Buckard erzählt die Geschichte der schillernden Cafébewohner in diesem Buch. Wir präsentieren das Kapitel über den Betreiber des Cafés, Bruno Fiering, den "Fürsten der Galut". Von Christian Buckard. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Necla Kelek: Glückskind

05.08.2026. Die Soziologin Necla Kelek hat sich als Kritikerin eines reaktionären, patriarchalen Islam einen Namen gemacht. In ihrer Autobiografie "Glückskind" erzählt sie, wie ihre Familie Anfang der 1960er aus Anatolien nach Istanbul zog. Die Keleks sind säkulare Muslime, die Atatürk verehren, an die Republik glauben, die Moderne und die Demokratie. 1966 dann zieht die Familie nach Deutschland, ins niedersächsische Bückeburg. Unterstützt von ihrer Familie begegnet Necla, damals neun Jahre alt, der deutschen Gesellschaft von Anfang an mit Neugier. Das geht bis zu Marxismusvorlesungen bei der IG Metall. Hier zwei Leseproben aus dem Buch: Über das Leben in Istanbul und dann in Bückeburg. Mehr...

INTERVENTION

Jene mühsam erkämpfte Freiheit

28.07.2026. Nach dem CSD-Attentat fragen die Medien nach einem möglichen Versagen der Behörden, zu diesem Zeitpunkt sicher zurecht. Aber das eigentliche Versagen lag vorher. Der Attentäter Abdul Ballout war Deutscher. Er sprach Deutsch. Er ist auf deutsche Schulen gegangen. Er wurde von deutschen Lehrern betreut. Ballout ist trotz seiner deutschen Sozialisierung abgedriftet. Was sagt das über die Qualität der Sozialisierung? Über einen Elefanten im Raum. Von Thierry Chervel. Mehr...

MIND THE GAP

Zwischenredestromland

21.07.2026. Der Perlentaucher hat mit "Toledo", dem Programm des Deutschen Übersetzerfonds, eine neue Kolumne - "Mind the Gap" gestartet: Hier geht's ums Übersetzen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Im zweiten Teil der Kolumne schreibt die Russisch-Übersetzerin Olga Radetzkaja: "Es sollte mich nicht wundern, wenn gerade übersetzte Literatur wegen der Extraportion Leben, die sie enthält, zum begehrtesten Rohmaterial zählt, mit dem die synthetischen Gehirne der großen Sprachmodelle gefüttert werden." Von Olga Radetzkaja. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Leseprobe 2 zu H. G. Adler: Der verwaltete Mensch

17.07.2026. 1958 lud das Münchner Institut für Zeitgeschichte (IfZ) H. G. Adler ein, "eine Arbeit nach eigener Wahl" aus seinem deutsch-jüdischen "Themenkreis" zu verfassen. Daraus entstand "Der verwaltete Mensch", ein Grundlagenwerk zu Rolle der deutschen Bürokratie bei der Verschleppung der Juden. Warum das IfZ damals diese Arbeit ablehnte, lesen Sie im zweiten Teil des Vorworts von Götz Aly. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

H. G. Adler: Der verwaltete Mensch

17.07.2026. H. G. Adler veröffentlichte mit "Der verwaltete Mensch" ein grundlegendes Großwerk zum Holocaust, das die Rolle der Bürokratie bei der Vorbereitung und Umsetzung der Verschleppung und massenhaften Ermordung der Juden im Nationalsozialismus beschreibt. Im ersten Teil seines Vorworts zu dem Buch stellt der Historiker Götz Aly den 1910 in Prag geborenen Autor vor, der seine ganze Familie im Holocaust verlor. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

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