Monica Brashears

Magnolia

Roman
Cover: Magnolia
Ecco Verlag, Hamburg 2024
ISBN 9783753000657
Gebunden, 352 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Cornelia Holfelder-von der Tann. Magnolia Brown ist neunzehn Jahre alt und eine Waise. Neben einem notorisch überzogenen Bankkonto und ihrem übergriffigen Vermieter muss sie jetzt auch noch damit klarkommen, dass sie ihre kürzlich verstorbene Großmutter Mama Brown sehr vermisst. Erst die zufällige Begegnung mit dem weißen Bestatter Cotton und seiner alkoholabhängigen Tante, einer begabten Visagistin, scheint die positive Wende zu bringen. Magnolia soll als Model die Identität verstorbener Mädchen annehmen, damit sich die trauernden Familien per Video von ihnen verabschieden können.Obwohl sich einige Dinge zum Besseren wenden, wird Magnolias Leben nicht weniger kompliziert. Als Cottons Anfragen immer seltsamer werden, stellt sie fest, dass es für sie um viel mehr geht als nur darum, endlich genug Geld für die Miete zu verdienen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 26.01.2024

Monica Brashears Debütroman ist zwar nicht perfekt - nicht immer kann die Autorin das dramaturgische Gleichgewicht halten, doch das scheint für Rezensentin Sonja Hartl nicht entscheidend. Die originellen Einfälle der Debütantin sowie ihre überaus charakterstarke Erzählerin machen "Magnolia" für Hartl zu einem großen, düsteren Lesevergnügen. Dieses beginnt mit dem Tod von Magnolias Großmutter, von dem an die junge schwarze Frau sich allein durchs Leben schlagen muss. Wie schwierig das ist, welche Fehler sie dabei macht, wie sie gegen die innere Leere in sich anzukämpfen versucht und vor allem: Welchen Zwängen und welchen Rassismen sie immer wieder ausgesetzt ist - davon erzählt dieser Roman auf überaus geschickte, fantasievolle und dennoch lebensnahe Weise. Dass der weiße Mann, bei dem sie zunächst landet, Cotton heißt, ist natürlich kein Zufall. Dass ihr ihre Großmutter als Geist erscheint, ist ein kluger Kniff, mit dem Brashears den Einfluss der Vergangenheit auf die Gegenwart greifbar macht. Und dass sie sich immer wieder als Teil verschiedener schrecklicher Märchen imaginiert - nicht als Protagonistin, sondern zum Beispiel als ein Laib Brot, ist sowohl Metapher als auch Figurenpsychologie. Ja, Brashears beherrscht das Spiel mit Assoziationen und Genre-Anleihen. Das Ergebnis ist ein eingängiger, origineller Roman über "Trauer, Gewalt und das Leben mit Rassismus", so die Rezensentin.

Beliebte Bücher

Caroline Wahl. 1999 Meter über dem Meer - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer
Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…