Herausgegeben und aus dem Altgriechischen übersetzt von Gernot Krapinger. Platons Politeia ist eine der wirkmächtigsten Schriften der Antike. Wie könnte ein gerechter Staat aussehen? Wie eine gerechte Gesellschaft? Platon entwirft einen Idealstaat, in dem Männer und Frauen der herrschenden Klasse gleichberechtigt sind, es weder Heirat noch Familie gibt, alle Kinder gemeinsam erzogen werden - ohne dass sie ihre Eltern kennen -, niemand etwas besitzt, eine kultivierte Elite über Recht und Ordnung wacht und Philosophen die Geschicke lenken. Einem jeden gehe es nicht um sein persönliches Glück, sondern um das Wohl des Staates: Ideal oder totalitäre Horrorvision? Gernot Krapingers Neuübersetzung und Neukommentierung dieses Dialogs, der u.a. das berühmte Höhlengleichnis enthält, lässt auch den philosophisch nicht vorgebildeten Leser diesen Urtext aller politischen Theorien verstehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.01.2018
Martin Hose liest Platons Text in der Übersetzung von Gernot Krapinger mit Gewinn. Was Gerechtigkeit ausmacht, bringt ihm der Übersetzer sprachlich klar und unprätentiös nahe. Dem griechischen Original nah genug und doch von eigener Dignität erscheint Hose die Übertragung. Die vielen Anmerkungen erhellen ihm Querbezüge zu anderen platonischen Dialogen, Krapingers Nachwort informiert ihn über die Rezeptionsgeschichte. Auch wenn viele moderne Gedanken zum Staat Platon fremd sind, meint er, dem Leser der neuen Übersetzung erscheinen viele aktuelle Probleme in interessanter historischer Beleuchtung.
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