Herausgegeben, erläutert und aus dem Altgriechischen übersetzt von Heinz-Günther Nesselrath. Herodots Historien führen zu den Ursprüngen der abendländischen Kultur, in das Ionien des 8. bis 6. Jahrhunderts vor Chr. Beginnend mit den altorientalischen Großreichen Lydien, Babylon und Ägypten, macht uns der Text zu Zeugen der Entstehung der griechischen Staatenwelt und des persischen Großreichs, um dann in der griechisch-persischen Auseinandersetzung der Perserkriege zu gipfeln. In diesen welthistorischen Zusammenhang ordnet sich eine Fülle von Exkursen, Einzelepisoden, Anekdoten und Berichten ein, die den 'Vater der Geschichte' auch als einen hervorragenden und unterhaltsamen Erzähler zeigen. Die vollständige Übertragung von August Horneffer hat Heinz-Günther Nesselrath modernisiert, neu eingeleitet und mit aktualisierten Erläuterungen versehen. Eine Zeittafel und ein ausführliches Namensregister beschließen den Band.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.01.2018
Uwe Walter liest die Historien des Herodot in der "texttreuen" Neuübersetzung von Heinz-Günther Nesselrath mit Gewinn. Die "Historien" sind für den Rezensenten der Beginn der griechischen Geschichtsschreibung und zugleich der europäische Weg, sich mit der Vergangeheit auseinanderzusetzen. Als einzigartige intellektuelle wie humane Leistung bezeichnet er die Mitte des 5. Jahrhunderts vor Christus entstandenen "Historien", in denen der Autor die vielfältigen Erzälungen der Griechen in einem einzigen Text zusammenfasste, auf dass sich die Menschen darin wiederfänden. Zauberhaft und dramatisch, wie Herodot kompositorisch, sprachlich und stilistisch meisterhaft nach den Ursachen der Geschichte fragt, meint Walter.
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