Frank Fischer

Danzig

Die zerbrochene Stadt
Cover: Danzig
Propyläen Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783549072042
Gebunden, 416 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Hafenstadt, Handelsmetropole, Seemacht mit eigener Flotte, prosperierendes Gemeinwesen selbstbewusster, weltoffener Bürger - kein Wunder, dass Danzig in seiner Blütezeit als "Venedig des Nordens" bezeichnet wurde. Der Historiker Frank Fischer zeichnet die tausenjährige wechselvolle Geschichte der stolzen Hansestadt nach, die als Zankapfel rivalisierender Mächte immer wieder im Brennpunkt stand, bis sie 1945 in Schutt und Asche versank.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.08.2006

Thomas Medicus hat sich über die Darstellung der Stadtgeschichte Danzigs von Frank Fischer enorm geärgert und findet kein einziges gutes Haar an ihr. Angesichts des Alters des Autors, 1968 geboren, hätte er eine modernere, lebendigere Darstellung erwartet, die auch methodisch auf der Höhe ist. Stattdessen werde dem Leser ein rein chronologischer Abriss der Danziger Stadtgeschichte zugemutet, in dem alles Wissenswerte nur nebenbei mitgeteilt werde, und die zudem für die Zeit nach 1945 gerade mal 11 Seiten übrig habe, schimpft Medicus. Nach dezidierten Standpunkten und Urteilen sucht er in diesem Werk vergeblich, wichtige Punkte, wie beispielsweise eine Geschichte des Hafens fehlten ebenfalls. Als gravierendste Verfehlung führt der Rezensent aber den Umstand an, dass der Autor keine polnischen Quellen bei seiner Darstellung zu Rate gezogen habe und so der "polnisch-deutsche Doppelblick", der bei der Geschichte Danzigs so angemessen wäre, nicht vorhanden sei.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.05.2006

Enttäuscht äußert sich Rezensent Andreas Kossert über Frank Fischers Geschichte Danzigs. Er hat eine Darstellung der gegenwärtigen Stadt erwartet, des modernen Danzig. Fischer aber konzentriere sich auf die Vergangenheit. Kosserts Hauptkritikpunkt aber ist die einseitige Ausrichtung des Historikers auf eine deutsche Perspektive. So hält er dem Autor vor, seine Geschichte Danzigs ausschließlich auf deutsche Forschungsliteratur und Quellen zu gründen, die dann auch noch unkritisch verwendet würden. Die umfangreiche polnische Forschung hingegen werde sträflicherweise ignoriert. Zudem hätte sich Kossert eine Untersuchung deutscher und polnischer Geschichtsbilder und Mythen gewünscht.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Ingo Schulze. Das Wasser im August - Roman. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2026.Ingo Schulze: Das Wasser im August
Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler nach Mecklenburg. Eine Landschaft mit weitem Horizont und Wolken, die tief über die Seen ziehen.…