Ein fundierter Einblick in die Texte Kunderas / persönliche Erinnerungen seines Lektors und Freundes Wolfgang Matz. "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" - ein Welterfolg und mit dem braven Soldaten Schwejk wohl der berühmteste Roman der tschechischen Literatur. Trotzdem ist Milan Kundera einer der großen Unbekannten der Weltliteratur: Seit Jahrzehnten trat er nirgends auf, machte keine Lesungen, gab keine Interviews, und diese Verweigerung des Literaturbetriebs war natürlich erst recht Anstoß für Legenden aller Art. Die Tatsachen sind bekannt: Als einer der Protagonisten des Prager Frühlings bekam er nach der russischen Invasion 1968 Publikationsverbot, emigrierte 1975 mit seiner Frau Vera nach Paris und wurde dort zum französischen Schriftsteller. Ein Hedonist in der Falle einer zutiefst politisierten Welt, so nannte er sich selbst, und wer ihn nur als politischen Schriftsteller las, der übersah allzu schnell seine andere Seite als Romancier des "Lachens und Vergessens".Wolfgang Matz hat Kundera über Jahre begleitet, als Leser, Lektor, Freund. Aus dieser Nähe zeichnet er ein Porträt des Autors und Menschen; erinnert an die großen Werke vom "Buch der lächerlichen Liebe" bis zum "Fest der Bedeutungslosigkeit", erinnert sich an Begegnungen, Spaziergänge und Gespräche mitten in Paris, das nach Prag zur zweiten Stadt seines Lebens wurde: die Wiederbegegnung mit einem Jahrhundertautor.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.09.2026
Rezensent Jörg Magenau begegnet in den biografischen Skizzen über den Freund Milan Kundera von Wolfgang Matz einem humorvollen Menschenfreund. Dass Matz das Werk in den Vordergrund stellt und Denunziationsanschuldigungen und Politisches eher an zweite Stelle, ist laut Magenau ganz in Kunderas Sinne. Trotzdem wird der Autor in seiner Widersprüchlichkeit sichtbar, findet Magenau, wenn Matz, sich den Themen Liebe und Vergessen und dem Romanverständnis Kunderas zuwendet. Ein vorsichtiger Versuch der Annäherung an diesen scheuen Autor, so Magenau wohlwollend.
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