Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2004
Ein Grundübel sieht der Finanzwissenschaftler Walter Wittmann als Schuldigen an dem Nachlassen der Schweizer Wirtschaftsdynamik, an der im Lande herrschenden "Lethargie": den titelgebenden Sicherheits-Wahn seiner Landsleute. Der Sozialstaat habe das Land unter eine "Glasglocke" gebracht, in der es nur noch um "Vorsorgesicherheit, innere Sicherheit, äußere Sicherheit, Arbeitsplatzsicherheit, Versorgungssicherheit" geht. Was Wittmann dagegen stellt, ist die "Freiheit" des Risikos, das der Einzelne auf sich nehmen sollte. Werner C. Hug stellt fest, dass der Autor im Vergleich zu seinem vor zwanzig Jahren erschienenen wissenschaftlicheren Werk "Ausverkauf der Sicherheit" polemischer geworden ist. Seine Skepsis, ob der "Sicherheits-Wahn" tatsächlich für alle vom Autor aufgezählten Übel verantwortlich ist, formuliert der Rezensent vorsichtig in Frageform.
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