Rechte Subkulturen in Ostdeutschland seit den 1970er Jahren
Ch. Links Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783962892371 Gebunden, 560 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Jenseits des Autoritarismus: Die Wurzeln rechter Gewalt im Osten.Woher kommt die rechte Gewalt im Osten? Seit den 1990er-Jahren heißt es immer wieder: Das ist eine Folge verinnerlichter autoritärer DDR-Strukturen. Stefan Wellgraf hingegen rückt aufmüpfige DDR-Jugendliche in den Mittelpunkt, die wegen ihrer antiautoritären Neigungen in Konflikt mit dem Staat gerieten und sich aus Protest rechten Subkulturen zuwandten. Auf Basis mehrjähriger Feldforschungen und Archivrecherchen untersucht er, wie Ressentiments gegen staatliche Eliten in Ostdeutschland entstanden sind und sich nach der Wende verfestigten. Anhand der Biografien ehemaliger Skinheads und Hooligans erzählt er, wie der Boden für den Rechtspopulismus bereitet wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2026
Rezensent Bodo Mrozek empfiehlt Stefan Wellgrafs Buch als überzeugende Studie rechter Gewalt in Ostdeutschland. Der Soziologe stellt darin laut Mrozek unter anderem Ergebnisse seiner Feldforschungen in der Jugendkultur, etwa bei Skinheads und den Fan-Ultras des BFC dar. Aus unmittelbarer Nähe zu den Gewalttätern entwickelt Wellgraf eine Genealogie rechter Gewalt im Osten Deutschlands, so Mrozek. Dass der Autor nicht bei der bloßen Nacherzählung von Ereignissen oder dem Nachzeichnen von "Gewaltkarrieren" stehenbleibt, sondern kritisch "Binnenfrakturen" der Szene offenlegt, etwa betreffend ihren Umgang mit Homosexualität, findet Mrozek bemerkenswert. Das Zitieren aus Archiven und Statistiken erscheint dem Rezensenten dabei besonders aufschlussreich. Bedauerlich findet Mrozek, dass die AfD im Buch kein Thema ist.
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