Scott Jonathan Shapiro

Von Hackern lernen

Die Fundamente unserer digitalen Welt
Cover: Von Hackern lernen
Harper Collins, Hamburg 2024
ISBN 9783365007945
Gebunden, 544 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hans-Peter Remmler und Moritz Langer. Hacker gelten als brillante Nerds, die aus ihren Kellern den nächsten Cyberkrieg anzetteln. Aber was ist mit Robert Morris, der 1988 den ersten Computerwurm programmierte und dabei nicht aus böswilliger Absicht, sondern aus purer Experimentierfreude das Internet lahmlegte? Oder "Dark Avenger", dessen Virus die noch junge Antivirenbranche erschütterte - und dabei doch nur ein abgedrehter Liebesbeweis an eine Informatikerin war? Der Harvard-Philosoph Scott J. Shapiro räumt auf mit den Mythen von dämonischen Hackern und undurchsichtigen Codes. Er gibt uns Einblicke in die Systeme und Leben der fünf größten Hacker der Geschichte. Shapiro erklärt die Technik und Philosophie hinter den Codes, Daten und Betriebssystemen und liefert dabei Antworten auf Fragen, die uns auch in Zukunft beschäftigen werden: Mit welcher Art von Cyberangriffen müssen wir rechnen? Worin liegen die menschlichen Schwachstellen, ohne die kein Hack je geglückt wäre? Und vor allem: Wie bewahren wir einen kühlen Kopf?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2024

Rezensent Günter Hack lernt von Scott J. Shapiro, an dessen Expertise in Sachen Computercrime er keinen Zweifel hat, wie sich das Hacken entwickelt hat, vom Internet-Wurm von 1988 bis zum Mirai-Botnet und den Machenschaften staatlicher russischer Akteure. Dass der Autor das Hacken durchweg negativ konnotiert, irritiert Hack etwas, aber Shapiros pessimistische Sicht, was die Bekämpfung von Cyber Crime angeht, kann er teilen. Gut gefällt ihm, dass der Autor auf Angstmacherei dennoch verzichtet und dem Leser stattdessen nüchtern komplexe Zusammenhänge und historische Entwicklungen darlegt. Über die kreativen Leistungen im Bereich quellenfreier Software muss sich der Leser woanders informieren, rät der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.10.2024

Rezensent Philipp Bovermann lernt viel von Scott J. Shapiro, dessen Buch über Hacking von der Unterscheidung zwischen Downcode und Upcode ausgeht. Downcode bezeichnet, erklärt Bovermann, Computercode im engeren Sinne, Upcode hingegen die Regeln und Normen, nach denen sich Computerprogramme, die in diesem Sinne gesellschaftlich vermittelt sind, richten. Shapiro, der für dieses Buch wieder programmieren lernte, nachdem er sich zeitweilig von dem Feld entfernte, zeige anhand von Beispielen, wie beides zusammenhängt, beziehungsweise wie, etwa bei spektakulären Virenattacken wie dem ILOVEYOU-Fall Anfang der 2000er, bei dem sich ein aktiver Virus per vermeintlichem Liebesbrief verbreitete, nicht der Downcode, sondern der Upcode das eigentliche Problem war. Angenehm hebt sich dieser Ansatz von allzu nerdigen oder panischen Büchern zum Thema ab, lobt der Rezensent, der sich außerdem darüber freut, wie Shapiro seine Argumentation mit Verweisen unter anderem auf Lewis Carroll und den Mathematiker John von Neumann intellektuell unterfüttert.

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