Hamburg, 1923. Es herrschen Hyperinflation, Hunger und Arbeitslosigkeit, immer wieder wird gestreikt. Klara Schindler ist neunzehn, sie hat ihre kleinbürgerliche Zukunft hingeschmissen und ist fest entschlossen, sich als Arbeiterin durchzuschlagen und die Verhältnisse umzustürzen. Voller revolutionärer Begeisterung schließt sie sich den Kommunisten an, lernt die Frauenrechtlerin Ketty Guttmann kennen und verliebt sich in die Schein-Prostituierte Selma. Doch der von der KPD begonnene Aufstand, der nach dem Vorbild der russischen Oktoberrevolution auch in Deutschland den Umsturz herbeiführen sollte, wird zur blutigen Katastrophe. Und in Hamburg geht der Schnitter geht um, ein mysteriöser Messerstecher, der es offenbar auf Klaras Freunde abgesehen hat …
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 12.01.2024
Rezensentin Sonja Hartl freut sich, dass Robert Brack in seinen Krimis immer wieder Frauen in den Mittelpunkt stellt. So auch in seinem neuen Buch, das eine Art Prequel zu den anderen Romanen um die Hamburger Reporterin Klara Schindler darstellt, wie Hartl erklärt. Schindler ist der in den 1920er Jahren spielenden Geschichte 17 Jahre alt, ist politisch engagiert und macht erste Schreibversuche, so Hartl. Anders als Babylon Berlin zeichnet der Autor die 20er nicht als endlose Party, sondern stellt seine Darstellung der Hamburger Arbeiterschaft auf gut recherchierte Füße, lobt die Rezensentin. Spannend ist das allemal, meint sie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.09.2023
"Keine halben Sachen" - so lässt sich die Protagonistin von Robert Bracks viertem Teil seiner Krimi-Reihe um Klara Schindler beschreiben, diesmal geht er mit ihr ein Jahrzehnt zurück, um sich ihrer kommunistischen, von Armut geprägten Jugend zur Zeit der Hyperinflation 1923/24 zu widmen, erzählt Rezensentin Sylvia Staude. Stakkatohaft schreibt Klara in ihrem Tagebuch von kommunistischen Aufständen, Revierkämpfen, und einer Prostituierten, in die sie sich verliebt hat, atmosphärisch anregend findet Staude das, der Roman bringt ihr nahe, wie schwer das Leben in den vermeintlich Goldenen Zwanzigern für diejenigen war, die sich zwischen Arbeit in der Gummifabrik und Polizeirazzien bewegt haben. Ein mitreißendes und atemloses Buch, urteilt die Kritikerin.
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