Otto de Kat

Der Mann in der Ferne

Roman
Cover: Der Mann in der Ferne
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783518414736
Gebunden, 94 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Ausa dem Niederländischen von Andreas Ecke. Cambridge, Budapest, New York, Zürich, Den Haag, Tel Aviv, der Süden Englands: Überall ist der Erzähler gewesen. Als Beobachter bei einigen der großen historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts - wie dem Sechs-Tage-Krieg, dem Prager Frühling -hat er auf Schritt und Tritt Freunde, Geliebte und Leidenschaften gesammelt. Mit dem Alter werden seine Erinnerungen an die Vergangenheit schärfer, die Ereignisse seiner Kindheit lebendiger, so lebendig, dass sein gegenwärtiges Leben in Vergessenheitgerät.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.02.2004

Die Rezensentin Dorothea Dieckmann ist nicht richtig begeistert von diesem melancholischem, episodenhaften Buch, dass trotz seiner demonstrativen, aber oft schön ausformulierten Traurigkeit in seiner Gesamtheit eine "saturierte Vita contemplativa" ergibt: "Doch das ist alles zu schön, um wirklich traurig, und zu glatt, um wirklich schön zu sein". Irgendwelche positiven oder negativen, Hauptsache wirklichen Gefühle auslösen kann dieser Roman bei Dieckmann jedenfalls nicht. In ihren Augen ist das Buch von Otto de Kat, der in Cees Nooteboom einen prominenten Fürsprecher und Unterstützer gefunden hat, eine "gefällige Resignation im Weichzeichner". Erschwerend kommt dabei hinzu, dass der Autor an manchen Stellen auch nicht mehr schön, sondern vor allem prätenziös formuliert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.01.2004

Verena Auffermann hält es für möglich, dass der niederländische Autor Otto de Kat seinen schmalen Roman autobiografisch angelegt hat. Es ist ein Buch über die liebevolle Erinnerung eines Erzählers an seinen verstorbenen Vater, und es spielt an wechselnden Orten, von den Niederlanden über Südengland und New York bis Tel Aviv, erklärt die Rezensentin. Auffermann bewundert die "sophistische Meisterschaft" des Autors, in der er für sie Cees Nooteboom gleicht. Lauter "schnelle Gedanken" seien darin zu finden, die allerdings das Ergebnis tiefen Denkens seien, so die Rezensentin beeindruckt, wobei sie insbesondere die "Kunst des Auslassens" als Otto de Kats spezielle "Raffinesse" preist. Sie lobt den Roman als eines der "liebevoll-diskretesten" Vertreter unter den "Vaterbüchern", und es imponiert ihr besonders, dass es eine allzu geschmeidige Sprache vermeidet und somit eine "widerspenstige, einprägsame Poesie" entfaltet. Ein richtiges "Fundstück" ist dieser Roman, so die begeisterte Rezensentin abschließend.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Caroline Wahl. 1999 Meter über dem Meer - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer
Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…