Aus dem Englischen von Jan Wagner. Vom ersten Vers dieses Bandes an ist klar: Hier schreibt ein Dichter um sein Leben. Mit seiner Gabe, auf kleinstem Raum haarsträubende Geschichten zu erzählen und Gegenwelten zu erschaffen, hält sich Matthew Sweeney, der 2018 verstarb, poetisch den Tod vom Leib, indem er ihn bei den Hörnern packt. Feindselige Eulen, unsichtbare Feinde sind ihm dicht auf den Versen, und der Mann auf der Flucht muss immer neue Höhen seines Witzes und Einfallsreichtums erreichen, um ihnen zu entkommen. Mit diesem letzten Band verabschiedet sich Sweeney als einer der bedeutendsten Lyriker Irlands. In ihrer Kraft und Schönheit sind diese Gedichte ein Triumph über den Tod.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.12.2021
Rezensent Nico Bleutge ist sehr bewegt von diesen Gedichten, die Matthew Sweeney in dem knappen Jahr geschrieben hat, das ihm zwischen der Diagnose einer tödlichen Krankheit und seinem Tod blieb. Alles kommt vor: die Bedrohung, die Verunsicherung, die Angst, der Tod. Letzter ist das "dunkle Zentrum" um das die Eulen und andere Vögel kreisen, so Bleutge. Beeindruckt beschreibt er wieviele Ideen Sweeney aus der Alltagssprache ziehen kann, wie das Thema immer wieder von "ironischen Volten" unterbrochen wird. Hier lernt man verstehen, was die Kraft der Poesie ist, so Bleutge. Ein großes Lob geht auch an den Übersetzer Jan Wagner.
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