Mathieu Sapin

Gérard

Fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu.
Cover: Gérard
Reprodukt Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783956401435
Gebunden, 160 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Silv Bannenberg. Eine ARTE-Dokumentation schickt Gérard Depardieu auf den Spuren des Schriftstellers Alexandre Dumas in den Kaukasus. Der Schauspieler hat neben dem Grafen von Monte Christo auch dessen Schöpfer Dumas selbst verkörpert. Und weil Dumas vor 150 Jahren von einem Maler begleitet wurde, reist Depardieu zusammen mit einem Comiczeichner, der dann gleich ein ganzes Buch über den Mimen macht und über fünf Jahre hinweg immer wieder in sein Universum eintaucht. Gérard Depardieu polarisiert, seine Begeisterung für Wladimir Putin, die Annahme der russischen Staatsangehörigkeit oder seine Steuerflucht nach Belgien machten weit über Frankreich hinaus Schlagzeilen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2018

Rezensent Jochen Schmidt liebt die "kluge" Comicreportage über den Schauspielstar Gérard Depardieu aus der Feder von Mathieu Sapin. Nicht nur, dass der Comic-Star den lebensprallen Mimen so gut trifft, begeistert Schmidt. Depardieu erscheint ihm hier als überwältigendes Naturschauspiel, fressend, rülpsend, schwatzend. Depardieu in der Oligarchen-Sauna? Prächtig, findet Schmidt. Über den Mangel an Eitelkeit beim Charismatiker Depardieu kann er nur staunen. Dass dieser Mensch einsam ist bei aller Prominenz, merkt er allerdings auch. Ein Buch, das nicht nur ein gelungenes Porträt des Menschen Depardieu abgibt, meint Schmidt, sondern auch eine Milieustudie aus der Welt der russischen Neureichen, in der der Schauspieler sich bewegt wie ein Fisch im Wasser.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.03.2018

Alex Rühle ist vor allem beeindruckt von Mathieu Sapins Ausdauer. Den Kotzbrocken Depardieu aus der Nähe zu ertragen über einen derart langen Zeitraum, das ist schon stark, findet er. Die Homestory, die Sapin daraus zimmert, haut Rühle allerdings auch um, maßlos, unglaublich, meint er, genau wie Depardieu eben. Dass der Schauspieler bei Sapin alle Hüllen fallen lässt, frisst und furzt und in allem einfachsehr dick aufträgt, so dass er am Ende als wandelnder Widerspruch erscheint, scheint Rühle erstaunlicherweise lesenswert. Das liegt auch an Sapins Verzicht auf Psychologisierungen. Sympathisch ist ihm Depardieu am Ende aber noch lange nicht.

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