Aus dem Amerikanischen von Peter Hahlbrock. Der Roman erzählt die Geschichte der Apriles, einer Familie am Rande der Legalität in einer Welt von Kriminellen: Don Raymonde Aprile ist ein alter Mann, schlau genug, um sich rechtzeitig nach einem langen Leben voll unbarmherziger Siege mit Stil aus dem organisierten Verbrechen zurückzuziehen. Seine drei Kinder sind angesehene Mitglieder der Gesellschaft. Um Unheil von ihnen fernzuhalten, aber trotzdem einen Fuß im Bankengeschäft zu haben, hat Aprile einen "Neffen" aus Sizilien adoptiert, Astorre Viola. Don Apriles Rückzug wird von Timmona Portella, seinem letzten Widersacher bei der Mafia, als günstige Gelegenheit betrachtet. Gleichzeitig holt FBI-Chef Kurt Cilke zu einem letzten Schlag gegen die Mafia aus, um sie für immer auszulöschen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.07.2000
Auch wenn Fritz Göttler dies nicht dezidiert zum Ausdruck bringt - offenbar hat er Gefallen gefunden an diesem Buch. Für ihn ist es ein "Epitaph und ein Abgesang auf eine vergangene Zeit", in der das "Handeln vom Einzelnen, vom großen Individuum" noch von Bedeutung war. Nun aber ist alles anders: Die Kinder des Don Aprile haben eine Fernsehgesellschaft oder sind gar Anwalt geworden, der Vater selbst hat sich aus dem mafiösen Geschäft zurückgezogen und möchte seinen Lebensabend - mit Hilfe seiner zehn Privatbanken - und den "Schutz der Gesellschaft" genießen. "Ein großer Roman des Übergangs" ist dieses Buch, so Göttler, der sich geradezu amüsiert zeigt über Puzos Darstellung der Differenzen, die zwangsläufig auftreten, wenn die Mafia mit "ihrem Kodex und ihrer Praxis" alte und neue Welt miteinander zu verbinden sucht. Sichtbar werden diese Differenzen, so Göttler, beispielsweise darin, wie Puzo "zwischen zarten poetischen Sätzen und grober Kolportage oszilliert". Denn schließlich musste sich die ehrenwerte Gesellschaft "in der neuen Heimat mit den bürgerlichen Formen kostümieren", wie der Rezensent verständnisvoll anmerkt.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…