Mit Chekeba Hachemi. Aus dem Französischen von Theresia Levgrün. Zunächst wehrt sich Latifa gegen die von den Taliban erlassenen Vorschriften, doch ihr Entsetzen über die neue Unfreiheit weicht bald panischer Angst. Denn Prügelstrafen für kleinste Vergehen und öffentliche Demütigungen untermauern die rabiate Herrschaft der Taliban. Latifa kämpft gegen die überwältigenden Gefühle von Hilflosigkeit und Verzweiflung. Mutig gründet sie eine illegale Schule für junge Mädchen bei sich zu Hause. Bis sie vor der Unterdrückung in ihrer Heimat fliehen kann. Mit schmerzhafter Deutlichkeit beschreibt Latifa, wie ihre Welt zerstört wurde im Namen einer fanatischen Weltanschauung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.01.2002
Karen Körber bespricht in einer eingehenden Kritik zwei Biografien von Frauen aus Afghanistan und hat aus beiden Büchern Einblicke in das "Leben hinter dem Schleier" gewonnen. 1. Latifa: Das verbotene Gesicht Diese Biografie der 21-jährigen Afghanin, die heute im Exil in Paris lebt, lobt die Rezensentin als "einfühlsamen Bericht" einer Frau aus der Stadt, die durch den Einmarsch der Taliban aus einem modernen Leben in ein "Gefängnis" gerät. Die gemeinsam mit einer Journalistin geschriebenen Lebensbeschreibung mache eindringlich deutlich, wie jäh sich das Leben eines modernen Teenagers unter der Gewaltherrschaft der Taliban veränderte, so die Rezensentin beeindruckt. 2. Siba Shakib: Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen Diese Biografie einer Frau vom Lande, die die Filmemacherin Shakib aufgeschrieben hat, macht für die Rezensentin auf erschütternde Weise klar, wie sehr afghanische Frauen auch vor den Taliban unter männlicher Willkür und Gewalt gelitten haben. Sie preist das Buch als "atmosphärisch dicht" und kann sich dem Sog der atemberaubenden Erlebnisse der Protagonisten kaum entziehen.
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