Es geht um Werte, Baby! Katja Kullmann seziert den emotionalen Klimawandel bei den über 30-Jährigen. Sie zeigt, warum Vertrauen, Verbindlichkeit und Zusammenhalt immer wichtiger werden. Vor zehn Jahren hat sie uns die "Generation Ally" erklärt. Inzwischen hat sich die Welt mehrmals überschlagen: In der Gesellschaft geben Wirtschaftskrisen, Flexibilisierung, Erosion der Mittelschicht den Takt vor. Auf der persönlichen Ebene stellen sich die Fragen konkret: Bin ich noch bereit, meine Ideale zu verraten, um meinen sozialen Status zu halten? Was ist der Ausweg, wenn mein individualisiertes Lebenskonzept in die Sackgasse führt? - Da helfen Coolness, Ironie oder Flucht in Lifestyle-Marotten nicht weiter.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.07.2011
Ja, die Boheme ist auch nicht mehr, was sie mal war. Frei will sie sein, das Risio des Scheiterns aber lieber nicht tragen, spottet der hier rezensierende Unternehmensberater und Journalist Jan Füchtjohann über die von Katja Kullmann porträtierten verarmten Kreativen aus der Generation der 30- bis 45-Jährigen. Ihn nervt das Gejammer. Außerdem habe Kullmann oberflächlich recherchiert und argumentiere mit wenig intellektueller Schärfe: Füchtjohann vergleicht das Buch mit einer "wütend zusammengerollten Frauenzeitschrift". Da haben Ingo Niermann ("Minusvisionen: Unternehmer ohne Geld") und Rafael Horzon ("Das Weisse Buch") Gehaltvolleres zum Thema beigetragen, findet er.
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