Aus dem Norwegischen von Christel Hildebrandt. Alex Hoel, einstiger Geldeintreiber und Erpresser, ist ausgestiegen: zusammen mit Irina will er ein ruhiges Leben führen. Im Zentrum von Oslo eröffnet er für all die verlorenen Seelen der Großstadt eine Bar mit Stil. Krumme Geschäfte duldet er nicht. Doch dann wird direkt vor der Bar ein Mann erschossen, eine große Abrechnung einer Bikergang beginnt. Alex Hoel bleibt nichts anderes übrig, als sich einzumischen. Dabei trifft er auf alte Bekannte, die ihn schon früher nicht leiden konnten.
Trotz der fast als klassisch zu bezeichnenden Ausgangssituation - ein vom Mord bedrohter Ex-Gangsters versucht sich wegen der schwangeren Freundin aus dem kriminellen Milieu zu befreien, eröffnet eine Bar und kriegt Schwierigkeiten - feiert der Rezensent Tobias Gohlis eine große Ausnahme der Kriminalliteratur. Jon Ewo sei in dem zweitem Band der Hoel-Triologie eine kenntnisreiche, "drastische Schilderung exsowjetischer, tschechischer und jugoslawischer Gangsterbanden und ihrer brutalen Techniken" aus einem realistisch-skeptischen Blickwinkel "von unten" gelungen. "Flott und höchst spannend" und dabei doch "akribisch, fast ethnografisch" dargestellt, ist der Jugendroman von "größtem Reiz" und "faszinierend", so überschlägt sich der Rezensent fast vor Begeisterung. Allenfalls vergleichbar mit den Kiezromanen von Frank Göhre oder den Jugendromanen des Autraliers Gary Disher, kommen die "kriminellen Romane" Ewos ohne die "alberne Abfolge" Mord - Ermittlung - Aufklärung aus, freut sich Gohlis.
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