Mit Abbildungen. Funke war einer der ersten Architekturkritiker, die dieses Genre in den 1960er-Jahren in die Feuilletons der noch jungen Bundesrepublik brachte. Mit kritisch-fundiertem Blick und klarer, scharfer, auch gewitzter Sprache ordnen sie die Gegenstände der Architektur in gesellschaftspolitische Debatten ein, die bis heute prägend sind: die Anfänge, die Notwendigkeit, die Fehler, das Fehlen des sozialen Wohnungsbaus, der Ausverkauf von städtischen Entwicklungsflächen, die verwegenen Architekturprojekte vor politischem, sozialem oder kommerziellem Hintergrund, die Verbreitung des "internationalen Stils" oder die deutsche Planungsmisere. Der mit zahlreichen Abbildungen versehene Band ist nicht nur für all jene von Interesse, die sich in den aktuellen Debatten zu Architektur und Stadtplanung weiterhin gültige feine Beobachtungen und grundlegende, scharfe Argumente aus einer zeitgenössischen Praxis wünschen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2023
Rezensent Niklas Maak empfiehlt wärmstens Hermann Funkes Architektur-Kritiken aus den Jahren 1962-2003. Funke ist nicht nur vom Fach, er kann auch schreiben, meint Maak, ironisch, komisch und mit negativer Schärfe oder auch leidenschaftlich, aber immer hellsichtig, verspricht Maak. Der Band ist für ihn auch so etwas wie eine Geschichte Nachkriegsdeutschlands, seiner Ideen, Träume, Alpträume (Stichwort: Schlafstädte) und seiner ökonomischen Voraussetzungen des Bauens und Wohnens. Was Funke etwa über Scharouns Philharmonie, HH City Nord oder Tegel Airport schreibt, muss man gelesen haben, findet der Rezensent.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…