Gerald Stieg

Sein oder Schein

Die Österreich-Idee von Maria Theresia bis zum Anschluss
Cover: Sein oder Schein
Böhlau Verlag, Wien 2016
ISBN 9783205202899
Gebunden, 283 Seiten, 34,99 EUR

Klappentext

Bereits im 19. Jahrhundert war es üblich, die österreichische Identität als bloße Idee, ja als "Chimäre" zu betrachten. Gerald Stieg setzt sich in seinem Essay in ironisch-autobiografischer Weise mit dem Spannungsverhältnis von Konstruktion und Wirklichkeit auseinander: Was heißt eigentlich "Österreich"? Im Zentrum steht dabei die geradezu mythische Opposition zwischen den "Gedächtnisorten" Mozart und Hitler. Keine Debatte über die österreichische Identität kommt an der historischen Rivalität mit Preußen vorbei. Markant verkörpert werden diese Pole durch die mütterlich-weibliche Katholikin Maria Theresia und den soldatisch-männlichen Protestanten Friedrich II. Neben diesen und weiteren wichtigen Persönlichkeiten der gemeinsamen Geschichte, wie Otto von Bismarck, Karl Lueger und Adolf Hitler, betrachtet Stieg die historischen, kulturellen und symbolischen Hintergründe und Entwicklungen der österreichischen Identitätsbildung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.2016

Rezensent Helmut Mayer lobt Gerald Steigs Buch über die Österreich-Idee als materialreich, gelehrt ohne Anstrengung, und sehr vergnüglich zu lesen. Als Kenner der österreichischen Kulturgeschichte kann ihm der Autor die Schwierigkeiten mit dieser Idee seit Maria Theresia als Auseinandersetzung mit der deutschnationalen Idee und den staatlichen Realitäten Deutschlands darlegen. Walzer gegen Parademarsch, eine Matrix, auf die sich der Autor laut Mayer bezieht, indem er zeigt, wie Autoren wie Thomas Mann, Musil, Werfel, Roth oder Kraus sich mit dieser Konstellation befassten. Elegant, leicht ironisch und stets den politisch-gesellschaftlichen Hintergrund im Blick, vermittelt Steig dem Rezensenten seine Kenntnis der Monarchie wie der entsprechenden literarischen Texte, en gros und en detail.

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