Die Meinungsforschung lässt sich aus dem politischen Leben nicht mehr wegdenken. Mit wachsendem Aufwand erfassen die meinungsforschenden Institute immer mehr Bereiche. Die Begründung einer Mathematik der öffentlichen Meinung vor sechzig Jahren war getragen von der verheißungsvollen Idee einer sich selbst transparenten, politischen Gesellschaft. Doch inzwischen ist eine politische Technologie voller Paradoxien entstanden. Sobald die Zahlen und Tabellen politisch Brisantes erfassen, äußert sich auch Kritik. Der offenbare Hunger nach den Ergebnissen der Meinungsforschungsindustrie wird von dem fortdauernden Misstrauen gegenüber den Zahlenreihen eigentümlich kontrastiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2002
Für das große Verdienst dieser Studie hält Rezensent Alexander Gallus, dass sie daran erinnert, wie falsch es wäre, das Feld der Meinungsforschung allein den Empirikern und Positivisten zu überlassen. In einer Zeit, da die Demoskopie expandiert, ohne dass ihre Bedeutung und Grundlagen ausreichend reflektiert werden, wie Gallus meint, ragt dieses Buch seiner Ansicht nach einsam aus einer Flut von Büchern über Stichprobenexperimente und computergestütze Auswertunsgverfahren heraus. So weit, so positiv. Als eindeutiges Manko kreidet er der Untersuchung zum einen eine sehr suggestive Unausgewogenheit an, zum anderen, dass sie "theoretisch arg beschwert" und sprachlich teilweise "kaum genießbar" sei.
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