Aus dem Bosnischen von Rebekka Zeinzinger. Schmerz, Trauer und Enttäuschung haben sich in die Gedichte eingeschrieben, die der Band "Meine Flüsse" versammelt. Die jüngste Geschichte, der Krieg, aber auch Exil und Erinnern/Vergessen spiegeln sich in den vier Flüssen Una, Drina, Loire und Spree wider aber auch in den Bildern von "Jenseits des Flusses", wie ein fünftes Kapitel heißt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2024
Schwermütige und doch überraschende Gedichte findet Rezensent Jörg Plath im neuen Gedichtband des Bosniers Faruk Sehic: Um Flüsse geht es, aber nicht unbedingt im naturnahen Sinne, sondern um ihre Bedeutung für Kriege. Sehic ist Überlebender des Bosnienkrieges. An der Una und an der Drina wurde gekämpft, sie fließen "schnell wie ein gedanke an die geliebte person" und sind doch "Wassergrüfte für Menschen und Schiffe", heißt es. Zwischen Melancholie und Schockwirkung schwanken die Poeme, die auch von Plastikhalteschlaufen erzählen, die in U-Bahnen zum Festhalten dienen, "wie Schlingen" von der Decke hängen, bereit, jemanden aufzuhängen, schreibt der beeindruckte Rezensent.
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