Zwölf Jahre, nachdem das Schicksal die beiden auseinandergerissen hat, drängt es den Erzähler, seinem Freund Tyler zu schreiben: von dem Leben, das inzwischen vergangen ist. Von Dreharbeiten im russischen Schnee, kurz vor dem Krieg, von einer sizilianischen Jagdgesellschaft und einem furchtlosen Dackel, einem in Flammen stehenden Filmstudio in der Nähe von Auschwitz, vom existenziellen Kampf gegen eine wuchtige Britin - eine Geschichte von Übermut, von der Verzweiflung und der brennenden Leidenschaft.
Ein wilder Ritt ist dieses Buch Daniel Donskoys laut Dirk Fuhrig, der denselben insgesamt ziemlich gern durchsteht. Der Erzähler ist ein in Berlin lebender Jude, der Briefe an einen Freund namens Tyler erzählt, in denen es um eine gemeinsame Jugend nahe Tel Aviv geht, aber auch um die erotische Anziehungskraft, die Tyler auf den Erzähler ausübt. Nicht nur in Israel und Deutschland, sondern auch in London und den USA spielen die nicht chronologisch zusammengefügten Episoden des Buches, das sich durch einen grellen, effektbewussten, adjektivreichen Stil auszeichnet. Fuhrig fühlt sich hier und da an Bret Easton Ellis erinnert, manchmal droht der Gaul mit dem stilistisch enthemmten Autor ein wenig durchzugehen, letztlich gelingt es Donskoy jedoch stets, die sprachlichen Eskapaden einzubinden in ein durchaus eindringliches Nachdenken über Liebe und Identität. Form und Inhalt passen letztlich ziemlich gut zusammen, heißt es am Schluss der positiven Besprechung.
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