Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.03.2002
Richtig dankbar ist Alban Nicolai Herbst dem Autor: Einer, der es wagt! Ein lyrisches Innehalten nämlich, die "vollkommene Gegenbewegung zu MTV". Und gar nicht so übel, wie es aussieht. Das atmet, ist "mitunter großzügig und immer ausgesprochen formbewusst". Und dann stehen da Dinge, die Herbst einfach für zauberhaft hält, die ihn aufhorchen lassen und genau dadurch konkret werden. Eine bestimmte Heine-Paraphrase etwa, oder wenn Bezüge zu Celan und Hofmannsthal hergestellt werden. Gewiss, da ist auch Kitsch drin, Ungelenkes, und ein wenig altklug, ja, klingt es wohl auch manchmal, doch altklug, meint Herbst, "kann immer auch 'frühreif' bedeuten".
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…