In den letzten zweihundert Jahren hat sich der Krieg zu einem Phänomen entwickelt, das alle Lebensbereiche betrifft und Gesellschaft, Politik, Kultur und Ökonomie verändert. Der moderne Krieg, zu dem oft Partisanenkämpfe, Terroranschläge, Massaker oder ethnische Säuberungen gehören und der immer häufiger als hochtechnologischer Cyberwar geführt wird, ist entgrenzt und richtet sich zunehmend auch gegen die Zivilbevölkerung. Und trotz eines immer ausgefeilteren Völkerrechts schwindet die Orientierung an Regeln der Kriegführung. Um den grundlegenden Wandel moderner Kriege zu analysieren, bedarf es einer Vielfalt der Disziplinen, und so bietet diese Geschichte des Krieges ein multiperspektivisches Panorama aus Geschichte, Soziologie, Politikwissenschaft, Psychologie, Ökonomie und Anthropologie. Die Expert*innen betrachten diese Veränderungen auch jenseits einer rein westlichen Perspektive in Japan, China, Indien oder Afrika und anderen Gegenden der Welt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.10.2020
Bruno Cabanes Sammelband rezensiert mit Stig Förster ein Autor, der selbst viel zu den Themen Krieg, Gewalt und Imperialismus publiziert hat. Er geht einigen wenigen Beiträgen nach, die sich mit den Veränderungen in der Kriegführung seit 1945 beschäftigen. So stimmt er insbesondere David A. Bell und Hew Strachan zu, die vor allem die Totalisierung von Kriegsführung seit dem Ende des zweiten Weltkriegs thematisieren. Aber auch die Herausbildung des "Kriegsstaates" stellt er heraus, eines Staates also, der im Dienste des Krieges auf alle Ressourcen der Gesellschaft zugreift und auch alle zivilen Strukturen in Dienst stellt, wie Richard Overy aufzeige - eine Entwicklung, die im Kalten Krieg die verfeindeten Blöcke der "Atomstaaten" kennzeichneten. Ansonsten ist vieles schon oft gesagt und analysiert worden, findet der Kritiker, gehört in solch einen Überblicksband aber dennoch unbedingt hinein, etwa die Themen asymmetrischer Kriege, Terrorismus und die zunehmende Traumatisierung von Überlebenden durch schreckliche Angriffswaffen und Verwundungen etc. Wirklich gestört hat ihn die permanente Gender-Besternung, die wenigen Druckfehler fand er verkraftbar.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…