Anton Hur

Toward Eternity

Roman
Cover: Toward Eternity
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2025
ISBN 9783758700040
Gebunden, 288 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Cornelius Reiber. In einer nahen Zukunft sorgt eine experimentelle Therapie dafür, dass Krebs geheilt werden kann: Menschliche Körperzellen werden vollständig durch Naniten ersetzt - Roboterzellen, die die Erkrankten unsterblich machen. Als der Literaturwissenschaftler Yonghun - eines der ersten Testsubjekte - auf mysteriöse Weise verschwindet, wirft das Fragen auf. Vor allem für Dr. Beeko, der das Projekt um Patient 1 überwacht. Was ist mit Yonghun geschehen? Ist es wirklich er selbst, der zurückgekommen ist? Und was hat sein Verschwinden mit der von ihm erschaffenen KI zu tun, der er beigebracht hat, Gedichte zu verstehen, und die nach seinem Mann Panit, was der Geliebte bedeutet, benannt ist?

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 23.07.2025

Die erste Hälfte macht Valentin Wölflmaier Spaß! Im philosophischen Science-Fiction-Roman entwickelt eine KI durch Gespräche über Lyrik ein Bewusstsein, während ein Notizbuch als "Kodex Mali" durch Jahrhunderte und Körper wandert; von Menschen über Androiden bis zu Klonwesen. Ein poetisch-philosophisches Gedankenexperiment über Sprache, Identität und Wahrnehmung - klingt trocken, ist aber in einer "süffigen Erzählprosa" geschrieben, die dem Kritiker durchaus gut gefällt. In der zweiten Hälfte ist das ganze leider weniger gut: Ein sich über die Jahrhunderte entfaltender Plot, der "eher erklärt als erzählt" wird langweilt den Kritiker dann doch ein wenig, obwohl sich hier Klon-Soldatinnen bekriegen. Immerhin zitieren die ab und an Emily Dickinson, so  bleibt trotz Dystopie am Ende ein tröstlicher Gedanke: Vielleicht überlebt nicht die Menschheit, dafür aber die Literatur. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 27.06.2025

Einen Funken Hoffnung findet Rezensentin Miriam Zeh in Anton Hurs ebenso spannendem wie philosophischem Romandebüt. Diese Hoffnung und mehr noch, dass sie ausgerechnet in der Poesie bewahrt wird, ist ungewöhnlich, bemerkt Zeh. "Endzeitstimmung hat Hochkonjunktur" in der Gegenwartsliteratur, weiß Zeh. Doch wo andere das bloße, trost- und kulturlose Überleben nach der Apokalypse beschreiben, entwirft Hur ein umfassendes philosophisches Forschungsprojekt, in dem die Dichtung selbst, die menschliche Kultur die Katastrophe überlebt. Als eine Art Glaubensbekenntnis an die Macht der Sprache, so könnte man diesen Roman lesen, in dem ein Literaturwissenschaftler eine KI mit Dichtung trainiert und ihr schließlich auch seinen geklonten Körper schenkt, um der KI die sinnliche Erfahrung seiner Welt zu ermöglichen. Diese Verkörperung einer Technologie ist eines der vielen Gedankenexperimente innerhalb des großen Projektes "Toward Eternity", welches von der nahen bis in die ferne Zukunft erzählt, von einem großen Krieg, von großer "Unmenschlichkeit", und am Ende doch von Hoffnung, so die berührte Rezensentin.

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