Der Dialog zwischen Deutschen und Juden ist ein Minenfeld möglicher falscher Schritte. Auf jüdischer Seite können die persönlichen Aspekte dieser Geschichte unerträglichen Schmerz und große Wut hervorrufen, auf der deutschen Seite unzumutbare Schuldgefühle und Scham. Die Konstellation der Autoren unter diesen Bedingungen ist einzigartig: ein Sohn von zwei Holocaust-Überlebenden, den einzigen Mitgliedern zweier großer Familien, die am Leben geblieben waren, und der Sohn einer der berühmtesten und politischsten Familien Deutschlands, wagten den steinigen Weg des offenen Gespräches, um zu verstehen, wer sie auf Grund des Erbes ihrer jeweiligen Familiengeschichte sind und wer sie hoffen, trotz dieses Erbes, werden zu können. Den Autoren geht es um die Überwindung von Angst, Misstrauen, Hass und Schuldzuweisungen, die jede Form eines wirklichen Dialogs nach 1945 zwischen Deutschen und Juden der Zweiten und Dritten Generation unmöglich zu machen scheinen. Ziel ist, die eigenen Hinterlassenschaften des Holocaust besser zu begreifen. Dies ist für Wagner und Peck nur durch einen Dialog möglich, der beider Familiengeschichte als wesentlichen Teil historischer Erkenntnis begreift.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.10.2006
Dem Rezensenten Ludger Heid wird es schon ganz feierlich zumute, wenn er nur daran denkt, dass diese zwei Menschen, der Wagner-Nachfahre Gottfried Wagner und der Sohn zweier Holocaust-Überlebender Abraham Peck, zusammen ein Buch geschrieben haben, das ihre Familiengeschichten miteinander verbindet. Zusammen haben sie die "Stätten familiärer und deutscher Vergangenheit" bereist und ihr Bericht ist für den ergriffenen und beeindruckten Rezensenten ein Zeugnis des so schmerzlich ersehnten deutsch-jüdischen Dialogs, jenseits von Verdrängung und Beschönigung, der nur allzu deutlich macht, dass Weimar nicht ohne das benachbarte Buchenwald und Bayreuth nicht ohne Flossenbürg gedacht werden kann.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Ingo Schulze: Das Wasser im August Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler nach Mecklenburg. Eine Landschaft mit weitem Horizont und Wolken, die tief über die Seen ziehen.…